Low infection building – Smart bauen zum Schutz vor Coronaviren

Low infection building – Smart bauen zum Schutz vor Coronaviren

Die MARKSTEIN GRUPPE beauftragt das Pforzheimer Unternehmen Pfirmann Industriebau sowie das Bruchsaler Unternehmen JAEGER Wohn- & Gebäudeintelligenz mit der Planung und Ausführung des deutschlandweit ersten smarten Bürogebäudes, dass auf einem übergeordneten Hygienekonzept basiert und durch Organisation, Architektur und Technik in der Lage sein soll, die Mitarbeiter effizienter als die bisherigen Gebäudetypen vor Infektionen wie Corona zu schützen.

Die JAEGER Wohn- & Gebäudeintelligenz ist dabei beauftragt die smarte Technik zur Verringerung der Ausbreitung von Coronaviren zu konzipieren und umzusetzen. Mit ihrem Wissen im Bereich Gesundheitstechnik und Gebäudetechnik ist das Unternehmen um Dr.-Ing. Marc Jäger der perfekte Partner an der Schnittstelle smarte Gebäudetechnik gegen Corona und andere Viren.

Lesen Sie hier einen Auszug von Pfirmann Industriebau:

„Wir von Pfirmann machen uns seit vielen Jahren Gedanken um den Gesundheitsschutz von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten und haben uns nach den ersten CoVid-19 Ausbreitungen zusammengesetzt und uns gefragt, welche Auswirkungen diese Pandemie auf die Zukunft der Bauindustrie hat.

Es war schnell klar, dass wir in Zukunft unsere Gebäude zusätzlich zu den Themen Energie, Brand- und Umweltschutz um ein wesentliches Merkmal erweitern müssen: den Infektionsschutz.“

Wir haben nun anhand eines mehrstöckigen Bürogebäudes mit mehr als 2.000 m² Nutzfläche ein Konzept entwickelt, dass über alle Fachabteilungen hinweg als übergeordnete Einheit die Frage der Hygiene beantworten musste.

Da sich unsere Erkenntnisse mit der Bekämpfung eines nahezu unbekannten Gegners ständig erweiterten, mussten wir viel recherchieren und uns mit vielen Forschungsergebnissen beschäftigen, die mit kleinen Abweichungen letztendlich alle in dieselbe Richtung deuten und als plausibel anzusehen sind:

– Geschlossene Räume sind gefährlich
– Abstand halten ist unverzichtbar – Aerosole sind einer der Hauptübertragungswege
– Hygienemaßnahmen sind einzuhalten –

Wir haben viele primäre Infektionsszenarios durchgespielt und dazu nun einen Gebäudetyp entwickelt, der schon in der Architektur einige Besonderheiten aufweist.

Dabei wollten wir vermeiden, uns einfach nur auf die bekannten Lösungen aus der Krankenhaus- oder Laborplanung zu verlassen. Das Gebäude sollte schließlich völlig „normal“ gestaltet sein und auch den Nutzern eine vertraute Umgebung bieten. Gleichzeitig müssen aber alle Merkmale für den Pandemiefall so erfüllt sein, daß sich für die Nutzer bei maximaler Sicherheit keine wesentlichen Einschränkungen ergeben. Letztendlich wird auch der jeweilige Entscheider die Wirtschaftlichkeit seiner Investition prüfen und sich fragen, bis zu welchem Grad sich diese Mehrinvestitionen auszahlen werden.

Wir haben über Monate vielfältige Geschäftsprozesse und Personenszenarien analysiert und unter der Gesamtbetrachtung des Hygienekonzeptes so gestaltet, daß wir nun davon ausgehen können, auf alle gestellten Fragen eine „hygienisch“ korrekte Antwort gefunden zu haben. Natürlich setzt dies immer die menschliche Komponente des korrekten Verhaltens voraus.

In Zusammenarbeit mit mehreren Startup-Unternehmen aus Deutschland haben wir technische Lösungswege gefunden, die das Hygienekonzept mit High-Tech unterstützen, die den üblichen Standard von Krankenhaus- oder Laborgebäuden in einzelnen Bereichen übertreffen.

So haben wir zum Beispiel die Toilettenbereiche als „Einzelzellen“ mit elektrisch öffnenden Türsystemen geplant. Selbstreinigende WC-Sitze desinfizieren nach jedem Spülvorgang die Kontaktstellen und eine sensorüberwachte UV-C-Technik reinigt den Raum nach dem Verlassen automatisch – ganz ohne Wasser und Chemie. Dies alles ohne Verlust der Effektivität, denn UV-C Licht wird auch durch Virusmutationen nicht zur stumpfen Waffe. Der Spiegel an der Wand über dem Waschbecken fordert jeden vorbeilaufenden Nutzer vor der Freigabe der Tür zum kontaktlosen Händewaschen auf – denn auch mit leichten menschlichen Schwächen haben wir gerechnet.

Am Ende des Tages wirft das hauseigene Hygieneprogramm-System auf WLAN-Basis eine Liste mit allen erfolgreich abgeschlossenen Reinigungsvorgängen aus. Natürlich streng DSGVO-konform ohne Aufzeichnung von Personendaten.

Diese und viele weitere technischen Ausarbeitungen wie selbstdesinfizierende Türgriffe usw. gehören für uns zu einer neuartigen Hygiene-technologie, die wir auch für weitere Gebäudetypen adaptieren werden. Vom Kindergarten bis zum Altersheim – vieles werden wir überdenken müssen.

Alles, was wir für einen Gebäudetyp dieser Baureihe, die bei uns als „low-infection Building®“ (Niedriginfektionsgebäude®) geführt wird, typisch sein soll, haben wir in einem übergreifenden Hygienekonzept für Neubauten definiert.

Unsere smarte Entwicklung soll generell vor Infektionen schützen – egal ob Corona / CoVid-19, Influenza oder Noroviren. Bisher haben wir erst den Sommer mit Corona überstanden. Es wird sich im Weiteren zeigen, wie und mit welchen Mitteln wir uns im Herbst und Winter damit auseinandersetzen müssen. Die derzeitigen Erkenntnisse verheißen nichts Gutes: Viel zu viele Gebäude sind überhaupt nicht dafür geeignet, sich mit einem dieser Gegner auseinanderzusetzen.

Und auch die Energiebilanz wird durch das ständige und unabdingbare (Quer-)Lüften mit Sicherheit nicht besser werden. Wenn man z.B. im Winter bei +5°C jede volle Stunde für 15 Minuten lüften soll, wird der primäre Heizenergiebedarf mindestens dreimal so hoch sein wie bisher.

Wir sind uns sicher, dass ein solches Konzept wesentlich zur Mitarbeitergesundheit und im Extremfall zum Überleben des Unternehmens an sich beitragen kann. Wir arbeiten täglich dafür, dieses Konzept weiter zu verbessern um jedem Unternehmen hier mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.

Da sich die Mehrkosten insgesamt bei ca. 12-15% im Vergleich zu einem Standard-Gebäude bewegen, betrachten wir natürlich auch die Argumente aus der wirtschaftlichen Perspektive.

Das geplante Bürogebäude bietet ein Zuhause für ca. 75 Arbeitnehmer. Wenn die Infektionsschutz-Maßnahmen eine Verringerung von 3 Krankheitstagen pro Jahr und Mitarbeiter bewirken, dann haben sich die zusätzlichen Investitionen innerhalb von 4 Jahren amortisiert.

Wenn der von uns entwickelte Standard dann auch noch im Pandemiefall ein Übergreifen auf andere Mitarbeitergruppen verhindert – was einer Betriebsunterbrechung für einen Quarantänefall gleichkommt – dann wäre hier sicher bereits nach dem ersten Eintreten des Worst-Case-Szenarios die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen.

Aber damit ist natürlich nur ein Teil der Systematik erfasst, denn wir brauchen auch ein Konzept für Nachrüstungs- bzw. Sanierungslösungen, an dem wir derzeit in den Schlusszügen arbeiten.

Dieses Konzept soll dann den Nutzern der Bestandsbauten die Möglichkeit geben, sich für die Zukunft besser gerüstet zu sehen.

Der Baubeginn für das Projekt ist für November/Dezember 2020 vorgesehen und der Bezug des Gebäudes für Dezember 2021.

Pfirmann Industriebau

Mit JAEGER Wohn- & Gebäudeintelligenz smart gegen Corona.